20 September 2006

15. – 17.09.2006 ISM-Ausflug an die Kurische Nehrung

Am Freitagabend brachen wir unter der Leitung von „basically“-Mantas per ÖV auf, um die Kurische Nehrung zu entdecken (Mantas ist der International Students Coordinator und in jedem zweiten Satz versteckt er irgendwo das Wort „basically“). Es dauerte etwas über drei Stunden, bis wir in Palanga, einem Ferienort an der litauischen Küste ankamen. Zuerst bezogen wir unsere Unterkunft, so eine Art Hostel, die Übernachtung in Doppelzimmern kostete 12 Litas pro Person und Nacht, d.h. also ca. 6 Franken. Dementsprechend war auch der Zustand des Hostels, komplett aus Holz und mit Sanitäranlagen, die vermutlich auch zu Sowjet-Zeiten nicht besser ausgesehen haben. Bewundernswert war die Tatsache, dass in den Zimmern und draussen ziemlich die gleiche Temperatur herrschte – es war wirklich kalt! Man hätte auch die Fenster abmontieren können, bei soviel Durchzug hätte es auch keine Rolle gespielt…

Zum Aufwärmen gingen wir zuerst Abendessen. Palanga ist als Urlaubsort im Sommer sehr beliebt, nicht nur bei den Litauern, sondern auch bei den Russen. Um diese Jahreszeit ist die Saison schon vorbei, nur noch etwa die Hälfte der Restaurants und Nachtklubs waren noch geöffnet. Es war ein komisches Gefühl, am Freitagabend durch die beinahe menschenleere Fussgängerzone zu spazieren und sich dabei erzählen zu lassen, dass in der Hochsaison ein Durchkommen ohne Rempeln gar nicht möglich ist. Wir spazierten nach dem Essen ans Meer, respektive auf den Pier. Es war sehr schön – und sehr kalt. In meiner Vorfreude über ein traumhaftes Wetter am Wochenende wählte ich meine Garderobe vielleicht ein bisschen zu optimistisch, trotz meines „Neopren“-Pullis.

Danach gingen alle schlafen, todmüde von der langen Busfahrt. Ich teilte mir mein Zimmer mit Mathieu – Bingo! – aus Frankreich. Vielleicht ist noch anzumerken, dass ich wohl der einzige war, der in dieser Nacht gut geschlafen hatte, das Bett war im Gegensatz zu meinem Pseudo-Bett-Schlaf-Couch-Möbelstück in Kaunas weich und die Decke ausreichend lang. Der nächste Morgen begann mit der Ausgabe aller möglichen Medikamente und Mittelchen gegen Husten und Erkältung…

Am Samstag fuhren wir nach dem Frühstück zuerst einmal nach Klaipeda, dem einzigen eisfreien Hafen von Litauen, dem einzigen Hafen wirtschaftlicher Bedeutung überhaupt. Von dort setzten wir mit einer Fähre auf die Kurische Nehrung, genauer gesagt nach Smyltine über. Die Kurische Nehrung ist eine 98 km lange Halbinsel mit Sanddünen (Mehr Infos hier).

3,2

Mit einem Bus fuhren wir mit einem rasend hohen Tempo nach Nida (der Chauffeur muss Formel-1-Fan sein…). Danach kraxelten wir auf der grossen Düne von Nida herum, obwohl das ja eigentlich verboten ist, aber in Litauen beachtet man die Gesetze nicht immer so genau. Wir hatten eine Menge Spass, das Wetter war perfekt und keine einzige Wolke war am Himmel zu sehen!

Schliesslich kehrte die ganze Meute wieder via Klaipeda nach Palanga zurück, kurz einkleiden im Eisschrank und ab ins Nachtleben. Leider war die einzige Disco, die länger als bis um 1 Uhr auf hatte so eine Art Country Saloon. Ein Cowboy als Conferencier, Versteigerung von Getränken, Lotterie, Tanzspiele, litauische Disco-Folk-Lieder… Ein ziemlich schräger Abend.

Am Sonntagmorgen hatte ich den besten Apfelkuchen meines Lebens gegessen, und zwar im CiliPicca! Er kostet zwar ein kleines Vermögen (7 Litas), ist aber wirklich köstlich. Ansonsten nichts Neues, rumspazieren in Palanga und heim nach Kaunas. Wieder ein Wochenende vorbei!